Leipziger Off-Literatur-Treffen

Eindruck vom 14.7.

Bei der Reihe Leipziger Off-Literatur-Treffen stellen sich im Budde-Haus freie Verlage, Initiativen und Projekte sowie ihre Autor*innen mit ihren Publikationen, mit Lesungen und im Gespräch vor. Die Veranstaltung wird von Radio Blau live übertragen.

Mittwoch, 11. August 2021, 19.00 Uhr mit

Leipziger Literaturverlag
und dem Autor Markus Sahr;
Reinecke & Voß
und dem Autor und Verleger Betram Reinecke;
Trottoir Noir
und der Autorin Katharina Zimmerhackl.
Moderation: Nadja Grasselli

Eine Veranstaltung des soziokulturellen Zentrums Budde-Haus,
gefördert im Rahmen von Neustart Kultur, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Markus Sahr (*1962, Mainz) Studium in Mainz, Tübingen und Berlin (West), Hospitanzen am Theater und freier Journalist in Berlin („Tagesspiegel“, „Junge Welt“), Deutsch als Fremdsprache, Wanderjahre in Portugal und England, Lehrauftrag am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften (Portugiesisch) an der Universität Mainz in Germersheim. Er liest aus dem Buch: „Wallis. Die wirkliche Farbe“: Ein Tag im Leben von A. Wallis, Maler, ein Sonntag, der Tag, an dem er nicht malt. Alles kreist um das eine Thema: Das Malen ist Sünde, Erinnerungen an ein Leben, das vom Meer bestimmt war.
Bertram Reinecke (*1974) veröffentlichte sechs Lyrikbände, sowie Essays, Erzählungen, Hörstücke und Textvorlagen für Musikwerke. Er erhielt verschiedene Stipendien, gründete den Verlag Reinecke & Voß und war mehrfach Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut.

Der „Fachverlag für Horizonterweiterung“ Reinecke & Voß stellt seit 2009 Literatur vom Barock bis in die Gegenwart vor, die heute ungewohnte Verfahren nutzt oder aus hierzulande weniger beachteten Regionen stammt.
Bertram Reinechke liest aus einer Ausgabe zu Sybilla Schwarz und zu einer Antologie zu der selben Autorin.
Katharina Zimmerhackl (*1983 Palo Alto/US) ist eine in Leipzig lebende Konzeptkünstlerin, deren Praxis sich vor allem im Bereich Zeichnung, Installation und Klangkunst bewegt. Sie hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sowie der Academy of Fine Arts Helsinki Medienkunst, Druckgrafik und Grafik-Design studiert und war 2014/15 als Artistic Researcher an der Van Eyck Academie in Maastricht. Neben Aufenthaltsstipendien im Künstlerhaus Lukas, Künstlerdorf Schöppingen oder Atelier Salzamt Linz war sie 2017 für den Kunstpreis junger westen nominiert. Letzte Ausstellungen oder Performances hatte sie u. a. im Moscow MOMA, Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig, Haus der elektronischen Künste Basel, Kunsthal Ghent, Nieuwe Vide Haarlem oder Galerie Charlot, Paris.

Welche künstlerischen Verfahren benutzen Wissenschaft und Journalismus? Welche dokumentarischen Interessen hat die Kunst? Der Verlag Trottoir Noir interessiert sich für Aufzeichnungen in Form von Reportagen, Interviews, Lyrik und auch wissenschaftlichen Erkundungen. Der Verlag wurde 2014 gegründet und bietet insbesondere in seiner Reihe „Skizzenbücher“ im Format A6 eine Alternative zum heute allgegenwärtigen Blick auf das Mobiltelefon an Haltestellen, Reisezügen und Wartezimmern. Gemeinsam ist den Texten und Zeichnungen das Notizenhafte, Flüchtige, das in einer Gesamtschau aber präzise Analysen der Gegenwart erlaubt.

Weitere Off-Literatur-Treffen im Budde-Haus und bei Radio Blau:
Mittwoch, 15. September 2021, 19.00 Uhr
Sonntag, 17. Oktober 2021, 16.00 Uhr (Lesung für Kinder)

Der erste Termin fand am 14. Juli 2021 statt. Mit
Nachsteller Kollektiv
und dem Autor Chris Michalski und mit der Zeitschrift “PS – Politisch Schreiben” und den Redakteurinnen und Autorinnen Kaśka Bryla und Oliva Golde.
Moderation: Nadja Grasselli

Chris Michalski ist Autor und Übersetzer und macht auch andere Sachen. Er hat sowohl das Nachsteller Kollektiv als auch das Carminski_Hauser_Kollektiv mit gegründet. Mit beiden initiiert, begleitet und unterstützt er Inszenierungen, Performances, Ausstellungen und Publikationen. Liebelingstier zur Zeit: Elefant.

Das Nachsteller Kollektiv (vormalig Nachsteller Verlag) ist ein Verlag und
Künstler:innenkollektiv, aus dem seit 2011 Ausstellungen, Bücher und Performance-
Szenarien zu den thematischen Schwerpunkten Gewalt und Postgewalt, Migration und Postmigration, Sehnsucht nach der Apokalypse und Kosmetikproduktwerbung sich ergeben.

„Flimmermann“ ist ein Text von Chris Michalski, der noch am Entstehen ist, über eine Person, die seit seiner Kindheit an dem Truman-Show-Wahn leidet und entsprechend glaubt, dass ihr Leben der Gegenstand einer Fernsehsendung ist. Geplant ist sowohl ein dramatischer Text als auch eine Graphicnovel zusammen mit der Künstlerin Lilli Gärtner. Der Text, der heute gelesen wird, ist eine Erzählung – oder vielleicht ein Monolog? – ist auf jeden Fall eher als Vorlage für das Projekt gedacht und kein fertiger Text an sich.
Kaśka Bryla ist in Wien geboren, zwischen Wien und Warschau aufgewachsen. Studium der Volkswirtschaft in Wien, Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Romandebüt Roter Affe ist 2020 im Residenz Verlag erschienen. Derzeit erarbeitet sie gemeinsam mit „ongoing project“ das Theaterstück Das verkommene Land, das im September 2021 an der Schaubühne Lindenfels uraufgeführt wird.

Olivia Golde ist in Leipzig aufgewachsen. Auch sie studierte am Literaturinstitut. Im vergangenen Jahr erschien ihr Buch KARSTADT WAREN WIR / chronik einer angekündigten leerstelle beim Leipziger Verlag Trottoir Noir. 

Gemeinsam sind sie Mitbegründerinnen und Redaktionsmitglieder von PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb / Politisch Schreiben. 

PS ist eine Literaturzeitschrift und ein Netzwerk für marginalisierte und politisch engagierte Autor:innen. Seit 2015 erscheint die Zeitschrift einmal jährlich und fragt nach Zusammenhängen und Abhängigkeiten. Neben Essays und Interviews erscheinen in PS literarische Texte aller Disziplinen. Man findet sie frei zugänglich im Internet oder als gedrucktes Heft in ausgewählten Buchhandlungen und am Abend der Veranstaltung.

www.politischschreiben.net